Donnerstag, 8. September 2011

Ist doch verdammt ätzend, dass jeder redet und redet und vor allem nur Scheiße redet. Wenn man sich nur noch über das unterhalten würde, was echt wichtig ist, wäre es verdammt leise auf der Welt, und würde jeder nur das sagen was er ehrlich meint gäb's viel mehr Geschrei und Geflenne.
Aber nein, hart muss man sein, sein inneres für sich behalten, die Schnauze halten wenn einem was ernsthaft stört und jeder regt sich über unwichtige Scheiße auf.

Wann schleift unsere Zunge denn endlich auf dem Boden?

Unseren Frust laden wir auf anderen Leuten ab, und unser schlechtes Gewissen uns selber gegenüber werden wir los indem wir hungernden Kindern in Afrika ermöglichen 1x in der Woche „richtiges“ Essen zu bekommen. Uns selber ist dadurch nicht geholfen, aber immerhin verhungern die 3. Welt Kinder nicht so schnell wie ohne uns. Ich bin trotzdem der Meinung, die Menschen dieser Länder können sich auch selber durchschlagen und es sollte sich nicht jedes „wohlhabende“ Land in solche Angelegenheiten einmischen.
Ich hab kein großes Verlangen danach, Leuten die ich nicht kenne und niemals kennen werde meine Hilfe anzubieten. Aber da teilen sich die Geister ja. Soll jeder machen wie er meint, aber was Probleme angeht sollte jeder mal bei sich anfangen diese zu beseitigen. Dann geht’s einem selber besser und anderen ebenfalls – die muss man dann ja nicht mehr als Rettungsboot benutzen.

Ich war Heute beim Arzt, musste 1,5 std. warten, aber immerhin hatte ich Unterhaltung
alte Männer können ganz schön inspirierend sein
der alte Sack war geschätzte 65Jahre alt und fragte mich ob ich in meinem Kaff auch Probleme mit der Internetverbindung hätte. Hab ich nicht, mein Kaff hat's drauf
– nur die Käffer drum rum können Internetmäßig gar nichts. 
Jedenfalls erzählte der Alte mir so einiges über die Praxis in der wir uns befanden und wie die eine Verwaltungsschrulle drauf ist. Um Ostern rum kommen anscheinend ganz schön viele Kleinkriminelle zum Arzt um sich irgendein Zeug in den Rachen zu kippen, dieses aber im Mund behalten und später selber weiterverkaufen, der alte sagte: „Könnt ich kotzen wenn ich mir das vorstelle.“, mit so einer Ernsthaftigkeit wie ich sie noch nie erlebt hab. Irgendwann fing er an über Deutschland zu schimpfen, krass, dass ich eine ähnliche Meinung Deutschland gegenüber hab, wie ~60 – 65-jährige Männer. Deutschland gibt einfach zu viel Geld für unnützes Zeug aus, anstatt für wichtiges, wie z.B.; irgendein Dorf (?) hat nur eine Verbindung zur nächsten Hauptstraße durch eine Brücke, die Brücke ist nun kaputt, es kommen weder Müllabfuhr in das Dorf, noch die Dorfbewohner mit dem Auto aus dem Dorf, DA fehlt dann aber das Geld. Schwachsinn. Aber so was bekommt man zufällig beim Arzt mit. Super, dass es noch so offene Menschen gibt, die ihren Mund öffnen wenn sie was so richtig ankackt.  
Zwar wenige, aber noch sind sie nicht ausgestorben.

Wie wär's mal damit ein Tagebuch zu führen? Damit übt's sich sicher leichter herauszufinden was man will, wofür man sich einsetzt und was für einen persönlich gar nicht geht, und eben dieses auch in Worte zu fassen.